
Geld fürs RumstehenWie die beiden Washingtoner Studentinnen Elektra und Daphne stellen sich immer mehr Studenten gegen Bezahlung an.

Die beiden machen ihren Job gern, denn sie können dabei lesen, lernen oder Musik hören. Nur ihren Platz in der Schlange, den dürfen sie nicht verlassen. Wobei das unter professionellen Schlangestehern rücksichtsvoll geregelt wird, wenn einer mal auf die Toilette muss, halten die anderen ihm den Platz frei.
Aber es ist nicht so leicht, wie man denkt. Nach einer Stunde schmerzen die Füße und nach zwei Stunden auch der Rücken. Okay, wenn man sich anlehnt erst nach zweieinhalb. Man verliert jedes Zeitgefühl in dem fensterlosen Korridor des Kongressgebäudes. Minuten kommen einem wie Stunden vor. Für diesen Job muss man belastbar sein. Neben dem Stehen muss man auch früh aufstehen können. Wer lieber über Nacht einreihen möchte, hat dazu natürlich auch genug Möglichkeiten.
Den Service, andere für sich anstehen zu lassen, müssen die rund 200 Auftraggeber teuer bezahlen. Die Agentur ACE LINESTANDING, für die Elektra und Daphne arbeiten, verlangt 36 Dollar pro Stunde. Davon bekommen die Ansteher zwölf Dollar.
Der Agentur Gründer John Hazakis hat für jede Tages- und Nachtzeit den richtigen Platzhalter: Er beschäftigt neben Studenten noch Rentner und Arbeitslose – allerdings nicht in Festanstellung.
Diese Art Geld zu verdienen, stößt nicht überall auf Gegenliebe. Claire McCaskill, die Senatorin von Missouri, versuchte schon vor drei Jahren „das Menschen für das Schlangestehen vor öffentlichen Sitzungen zu bezahlen“ zu verbieten. Jedoch ohne Erfolg.
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